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Bis heute gab es einiges an Echo in den Urner Medien. Die Berichte zeigen sehr gut wie die heutigen Zonen entstanden sind. Kite-Surfer kämpfen um geeignete Zonen (Urner Wochenblatt :: 2002-02-11 :: Markus Arnold) Auf dem Urnersee sind viele Wassersportarten vertreten: Rudern, Segeln, Surfen. Eine Trendsportart sucht man vergebens: das Kite-Surfing. Bei diesem Freizeitvergnügen lässt man sich von einem Flugdrachen übers Wasser ziehen. Per Gesetz ist diese Sportart eigentlich verboten, die Kantone wurden jedoch angewiesen, dafür geeignete Zonen auszuscheiden. Die Urner Regierung hat beschlossen, keine solche Wasserflächen zu benennen. Dagegen wehren sich die Kite-Surfer. Am 1. Mai 2001 ist die Teilrevision der Verordnung über die Schiffahrt auf schweizerischen Gewässern in Kraft getreten. Damit wurden die Bedingungen für das Kite-Surfing neu geregelt. Bis dahin war diese Sportart gänzlich untersagt. Neu ist diese Freizeitbeschäftigung in geeigneten Zonen erlaubt, sofern andere Seebenützer nicht gefährdet und die Umwelt nicht beeinträchtigt wird. Es liegt in der Verantwortung der Kantone, solche geeigneten Zonen zu bezeichnen. Fragwürdiger Entscheid? Der Regierungsrat des Kantons Uri hat in Absprache mit den anderen Anstösserkantonen auf Kantonsgebiet keine Wasserflächen für das Kite-Surfing ausgeschieden, heisst es aus dem Amt für Strassen- und Schiffsverkehr. Somit ist diese Sportart auf den Gewässern des Kantons Uri weiterhin verboten. Damit ist die Kite-Surfing-Anhängerschaft nicht einverstanden. Sie startete eine Unterschriftenaktion, um ihrem Unmut darüber Ausdruck zu verleihen. «Aus meiner Sicht ist dieser Entscheid sehr fragwürdig, zumal der Urnersee einer der am besten geeigneten Seen der Schweiz ist», so Pascal Mengelt, der die Unterschriftaktion koordiniert. Der in Erstfeld aufgewachsene Informatikstudent verbringt seine Freizeit seit vielen Jahren auf dem Urnersee. Vor vier Jahren ist er vom Surfbrett auf das Kite-Surfing umgestiegen, bis es im vergangenen Jahr verboten wurde. Impulse für Uri? «Eine Kite-Zone brächte sicher Impulse für den Tourismus, eine Steigerung der Lebensqualität und somit auch eine Unterstützung des Wirtschaftsstandorts Uri», ist Pascal Mengelt überzeugt. Von Seiten der Kite-Surfer wird zudem das Zustandekommen des regierungsrätlichen Entscheids kritisiert. «Keine der Direktbetroffenen, weder die Kite-Surfer noch die Tourismusleute, wurden in die Diskussion oder die Ausarbeitung geeigneter Zonen integriert. Vor zehn Jahren mussten wir uns für die Legalität des Snowboardens einsetzen. Wo wären wir heute ohne diese Sportart?» Die Kite-Sufer jedenfalls wollen sich für ihren Sport einsetzen. Der Urnersee ist für Trendsportart tabu (Neue UrnerZeitung :: 2002-02-15 :: Sven Aregger) Das Kitesurfen boomt weltweit. Uri will aber keine Wasserzonen für den neuen Trendsport freigeben. Kiter Pascal Mengelt wehrt sich. Ein Kiter braucht zwei Dinge: Ein zirka zwei Meter langes Brett und einen Schirm, auch Drachen genannt. Mit einer Stange, die den Drachen mit Schnüren verbindet, steuert der Kiter seinen Schirm und jagt übers Wasser. Das nennt man Kitesurfen. Das eigentliche Kiten begann Mitte der achtziger Jahre in den USA und in Frankreich. 1998 schaffte der Sport den Durchbruch, als ihn Windsurfer auf Hawaii entdeckten. Seither boomt der Kitesport wie vor Jahren das Snowboarden. In der Schweiz soll es bereits 500 bis 1000 Kiter geben. Doch das Kiten auf Schweizer Gewässern ist nicht ganz einfach. Während die Kiter in Bern und in der Westschweiz bestimmte Wasserzonen benützen dürfen, sieht es in der Zentralschweiz eher schlecht aus. Auch der Kanton Uri hat sich gegen den angesagten Trendsport ausgesprochen: Mit der Teilrevision der Schifffahrtsverordnung im Jahr 2001 wurde das Kiten neu geregelt. So kann jetzt jeder Kanton freiwillig Wasserflächen für den Kitesport freigeben. Die interkantonale Kommission für den Vierwaldstättersee hat dann entschieden, auf dem Urnersee keine Kitezonen zu bewilligen. Ins gleiche Horn blies auch die Urner Sicherheitsdirektion. Entscheid ist nicht nachvollziehbar Die Kiter sind mit diesem Beschluss überhaupt nicht einverstanden, allen voran Pascal Mengelt aus Hergiswil. Seit dem 16. Lebensjahr hat der gebürtige Urner seine Freizeit auf dem Urnersee verbracht, war leidenschaftlicher Windsurfer - bis er 1998 das Kiten entdeckte. Der 30-Jährige versteht den Entscheid des Kantons nicht: «Warum kann Uri nicht provisorisch Ja sagen? So gibt man dem Kitesport überhaupt keine Chance.» Dabei wäre gerade der Urnersee für den Kitesport geeignet. Er sei eines der wenigen Schweizer Gewässer, das so genannte thermische Winde hat. Und genau solche brauchen die Kiter, um ihren Sport ausüben zu können. Gemäss Mengelt kommen für das Verbot des Kantons Uri nur zwei Gründe in Frage: «Der Kanton will keine Risiken eingehen. Wenn er den Kitesport verbietet, kann auch nichts passieren. Ausserdem befürchtet die Schifffahrtsgesellschaft herrenlose Schnüre und Drachen auf dem See.» Der zweite Punkt kann sich Pascal Mengelt nur schwer vorstellen, weil die Schnüre und Schirme am Kiter befestigt sind und sich somit gar nicht verselbständigen können. Auch ein Verbot von Seiten des Naturschutzes sei nicht glaubwürdig, schliesslich mache das Kiten wie auch das verwandte Windsurfen keinen Lärm und verursache auch keinen Schmutz. Überhaupt schätzt Mengelt das Kitesurfen als ungefährlich ein. «Die Ausrüstung wird ständig verbessert», sagt er. Auch die Berufsschifffahrt werde nicht beeinträchtigt, weil ein Kiter ständig freie Sicht habe. Das vermindere das Kollisionsrisiko mit anderen Seebenutzern. Betroffene wurden nicht integriert Pascal Mengelt stand ein Jahr lang in E-Mail-Kontakt mit Albert Zopp, Vorsteher des Amts für Strassen- und Schiffsverkehr. «Ich bin im Prinzip angerannt. Zopp vertröstete mich einfach auf den Entscheid des Kantons», sagt er. Mengelt ist enttäuscht. Kein Direktbetroffener sei in die Diskussion integriert worden. Das hat Mengelt veranlasst, das Gespräch in der Öffentlichkeit anzuregen. Mit 500 Unterschriften soll das Kitesport-Verbot angefochten werden. «Jeder könnte Einspruch erheben. Aber viele kennen das Kiten noch gar nicht», klagt Mengelt. «Die Leute sehen nur Bilder, in denen die Kiter durch die Luft fliegen. Das wirkt abschreckend.» Er hofft, dass der Kanton Uri zum Verbot bald Stellung nimmt. Die Unterschriften sollen ihm dabei helfen. «Kitesurfen ist eine Randsportart und lässt sich touristisch einfach vermarkten», sagt er. «Subventionen des Kantons wären nicht nötig.» Ein weiterer Grund für Mengelt, dass auf dem Urnersee künftig neben Seglern und Surfern auch Kiter thermische Winde nutzen dürfen. Kiter präsentieren Lösungsvorschlag (Neue UrnerZeitung :: 2002-03-05 :: Sven Aregger) Rote und blaue Zonen für den Urnersee Der Vorschlag, den die Kitesurfer der Urner Regierung Ende Februar einreichten, enthält die folgenden sechs Punkte: Aufteilung in zwei Zonen: Der See wird in zwei Zonen unterteilt, eine blaue (wenig befahren) und eine rote Zone (stark befahren). Die rote Zone darf nur zum Starten und Landen benützt werden. Unterteilung nach zwei Saisons: In der Wintersaison (Oktober bis März) kann jeden Tag in beiden Zonen gekitet werden. In der Sommersaison (April bis September) steht die blaue Zone die ganze Woche über zur Verfügung, die rote nur werktags. Beschränkung der Startplätze: Jede Zone verfügt über maximal zwei Startplätze. Für die rote Zone sind es die Halbinsel Isleten und das Delta des Gruonbachs (und zwar nur werktags), für die blaue Zone ist es die Uferzone Bolzbach. In der blauen Zone ist es zudem erlaubt, von einem Boot aus zu starten. Sicherheit: Helm und Schwimmweste sind für Kitesurfer obligatorisch. Zudem muss der Drachen über eine Sicherheitsleine mit dem Kiter verbunden sein. Zu den Schiffen der SGV ist ein Sicherheitsabstand von 100 Metern einzuhalten. Seenot: Da ein Kiter für die Ausübung seines Sports wenig Ausrüstung braucht, kann er leicht ans Ufer schwimmen oder von Seebenützern an Land gebracht werden. Umwelt: Kitesurfen ist ökologisch. Eine geschützte Uferzone von 100 Metern und markierte Startplätze verhindern einen unerwünschten Wildwuchs. Kitesurfer lassen nicht locker Der Kanton Uri sagte provisorisch Nein zum Kitesurfen auf dem Urnersee. Die Kiter schlagen nun eine konkrete Lösung vor. Die interkantonale Kommission für den Vierwaldstättersee und die Urner Sicherheitsdirektion waren sich einig: Keine Kitezonen auf dem Urnersee! Es fehle schlicht am Platz für neue Wassersportarten, hielt die Direktion in einem provisorischen Entscheid fest. Zudem würde das Kollisionsrisiko mit anderen Seebenutzern stark erhöht (siehe Neue UZ vom 15. Februar). Doch die Kitesurfer akzeptieren den Entscheid nicht. Zuerst wandten sie sich an die Urner Presse, um das Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. Jetzt machen sie der Regierung einen konkreten Vorschlag für mögliche Kitezonen auf dem See (siehe Kasten «Rote und blaue Zonen für den Urnersee»). «Unser Ziel ist es, mit allen Direktbetroffenen eine vernünftige Lösung zu finden», sagt Kiter und Drahtzieher Pascal Mengelt. «Das Gesuch soll deshalb als Diskussionsgrundlage dienen.» «Flexibles Programm» Bereits vor zwei Jahren hatte Mengelt ein Konzept erarbeitet, das auf dem Urnersee geeignete Wasserflächen für Kiter ausschied. Die Urner Kiter Samuel Kempf und Dominique Betschart halfen ihm nun, dieses Konzept den neuen Richtlinien anzupassen. «Wir haben ein flexibles Zonenprogramm zusammengestellt», ist Mengelt überzeugt. Vielleicht funktioniere es einwandfrei, vielleicht greife es nicht in allen Belangen. Doch der Kanton könne ja vor- und nachgeben. «Wenn sich die Kiter an die Regeln halten, wird nichts passieren», glaubt Mengelt. Und damit die Kitesurfer die geltenden Vorschriften auch wirklich beachten, wollen Mengelt, Betschart und Kempf einen Klub gründen, der zugleich als Ansprechpartner für Behörden und Private dienen soll. Mattli will Hand bieten Regierungsrat Peter Mattli schliesst eine Zusammenarbeit mit den Kitesurfern nicht aus. «Mengelts Vorschlag beinhaltet durchaus brauchbare Punkte», sagte der Urner Sicherheitsdirektor gegenüber der Neuen UZ. «Wenn es irgendwie möglich ist, wollen wir gerne Hand bieten.» Zurzeit wird das Gesuch vom Amt für Strassen- und Schiffsverkehr bearbeitet. «Der Umweltschutz, die Seepolizei und die Schifffahrtsgesellschaft prüfen den Vorschlag», sagt Amtsvorsteher Albert Zopp. Er erwartet die Ergebnisse der Beurteilung bis am 15. März. «Sobald wir sie haben, können wir mit der Sicherheitsdirektion nach Lösungen suchen.» «Gemeinsame Zonen wären sinnvoll» (Neue UrnerZeitung :: 2002-03-06 :: Sven Aregger) Die Urner Kiter haben der Regierung einen Vorschlag eingereicht, wie und wo genau sie ihren Sport auf dem Urnersee betreiben möchten. «Es soll nicht jeder Kanton eine eigene Lösung treffen», meint Peter Sommer vom Urner Amt für Sport. Peter Sommer, kennen Sie Kitesurfen? Peter Sommer: Kitesurfen ist eine neue Art von sportlicher Betätigung in der Freizeit. Es hat in den vergangenen Jahren auch vermehrt Anhänger in der Schweiz gefunden. Haben Sie sich bereits mit dem Kitesurfen in Uri befasst? Sommer: Ja. In der Presse ist eine gewisse Polemik entstanden, die ein wenig verfrüht kommt. Die Kantone haben ja noch bis Ende April die Gelegenheit, sich untereinander abzusprechen, ob sie Kitezonen ausscheiden wollen oder nicht. Die Urner Regierung hat noch nicht definitiv entschieden. Trotzdem: Welchen Entscheid würden Sie befürworten? Sommer: Wenn eine Sportart betrieben wird, ist das immer eine ökonomische und eine ökologische Frage. Man muss also auch sämtliche Aspekte des Landschafts- und Gewässerschutzes beachten. Es ist daher sinnvoll, wenn die Anstösserkantone des Vierwaldstättersees einige Kitezonen gemeinsam ausscheiden könnten. Es soll nicht jeder Kanton eine eigene Lösung treffen. Kiter Pascal Mengelt klagt, ein Kiteverbot auf dem Urnersee würde sich gegen die Jugend richten. Wie sehen Sie das? Sommer: Das stimmt so sicher nicht. Wie gesagt, die Verhandlungen laufen noch. Müsste sich nicht gerade das Amt für Sport für das Kitesurfen in Uri engagieren, damit trendige Jugendliche auch hierzulande kiten können? Sommer: Alle Trendsportarten erfreuen sich anfangs einer grossen Beliebtheit, doch das flaut schnell wieder ab. Auf dem Urnersee findet man vorwiegend ältere, arrivierte Surfer. Die Jugendlichen greifen selten zum Surfbrett. Zum Kitesurfen gehen sie vielleicht ein- oder zweimal, dann kommt der nächste Kick. Für Kiter, die diesen Sport nachhaltig betreiben, spielt es keine Rolle, wenn sie dafür weit gehen müssen. In Ihren Augen wird sich das Kitesurfen also nicht ähnlich entwickeln wie vor Jahren das Snowboarden? Sommer: Da die Kitezonen sehr eingeschränkt sein werden, kann ich mir das nicht vorstellen. Vor 25 Jahren hatte auch das Windsurfen auf Schweizer Seen einen schweren Stand. Kann man da Parallelen zur Situation der Kiter ziehen? Sommer: Gewisse Vergleiche sind sicher möglich. Für alles Neue gibt es Berührungsängste. Als das Snowboarden aktuell wurde, wollte man separate Pisten für Snowboarder bezeichnen. Heute wissen die Snöber, wie sie sich auf der Piste verhalten müssen. Das Thema ist vom Tisch. Die Drachen sollen steigen (Neue UrnerZeitung :: 2002-03-12 :: Sven Aregger) Kitesurfen heisst der neue Trendsport aus den USA. Er findet auch hierzulande immer mehr Anhänger. Zirka tausend Kiter sollen bereits mit Brett und Drachen über Schweizer Seen jagen. Doch die so genannten thermischen Winde, die Kitesurfer für die Ausübung ihres Sports brauchen, sind auf Schweizer Gewässern rar. Eine Ausnahme macht der Urnersee. Er wäre für die Kiter ideal - und dennoch können sie nicht drüberflitzen. Es fehle am Platz und es erhöhe das Kollisionsrisiko, argumentierte der Kanton bisher. Und er verbot das Kiten auf dem Urnersee bis auf Weiteres. Die Kiter wehrten sich erfolgreich (Neue UrnerZeitung :: 2002-03-18 :: Sven Aregger) Mit der Teilrevision der Schifffahrtsverordnung 2001 wurde das Kitesurfen neu geregelt. Demnach war es jedem Kanton frei gestellt, ob er Kitezonen ausscheiden will. Die interkantonale Kommission für den Vierwaldstättersee hat sich dann entschieden, auf dem Urnersee vorerst keine Zonen zu bewilligen. Das provisorische Verbot stiess vielen Kitern sauer auf. «So gibt man dem Kitesport überhaupt keine Chance», beschwerten sie sich (siehe Neue UZ vom 15. Februar). Die Kiter liessen denn auch nichts unversucht, sammelten Unterschriften und wandten sich an die Öffentlichkeit. Ihr Einsatz trug Mitte Februar 2002 erstmals Früchte: Peter Mattli, Vorsteher der Urner Sicherheitsdirektion, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass man über mögliche Zonen durchaus diskutieren könne. Darauf machten die Kiter der Regierung einen konkreten Vorschlag. Bald Kite-Surfer auf dem Urnersee? (Urner Wochenblatt :: 2002-04-09 :: Markus Arnold) Noch ist es verboten, sich auf dem Urnersee per Flugdrachen und Brett übers Wasser ziehen zu lassen (Kite-Surfing). Die Kite-Surfer setzen sich aber seit längerer Zeit vehement dafür ein, dass Zonen auf dem Urnersee ausgeschieden werden, in denen diese Trendsportart ausgeübt werden kann. Am kommenden Dienstag, 16. April, treffen sich sämtliche Interessenvertreter und suchen nach einem Kompromiss. Der Urnersee ist beliebt. Viele Sportlerinnen und Sportler geben sich surfend, segelnd und rudernd ihrem Freizeitvergnügen hin. Der See grenzt an ein Umweltschutzgebiet und Badestrände, er wird für die Fischerei genutzt, und es herrscht reger Schiffsverkehr. Die Parkplatzverhältnisse rund um das Gewässer sind zeitweise sehr prekär. Auch die Kite-Surfer wollen ihren Sport auf dem Urnersee ausüben können. Dieser gilt nämlich hierfür als einer der am besten geeigneten Seen der Schweiz. Doch mit dem In-Kraft-Treten der Teilrevision der Verordnung über die Binnenschifffahrt auf schweizerischen Gewässern vom 1. Mai 2001 gilt, dass das Kite-Surfing nur in geeigneten Zonen erlaubt ist. Für das Ausscheiden solcher Zonen sind die Kantone zuständig. «Kiter» wehrten sich Die Urner Regierung hatte in Absprache mit Anstösserkantonen keine Zone für das Kite-Surfing ausgeschieden. Doch damit waren die Kite-Surfing-Anhänger – allen voran der im Kanton Uri geborene Pascal Mengelt – nicht einverstanden. Sie gelangten an die Öffentlichkeit, starteten eine Unterschriftaktion («Urner Wochenblatt» vom 9. Februar) und schlugen Ende Februar der Regierung mögliche Kite-Zonen auf dem Urnersee sowie konkrete Vorgehensweisen vor. Ebenfalls suchte man Gespräche mit sämtlichen betroffenen Kreisen. Gemeinsame Suche nach Lösungen Die Anliegen der Kite-Surfing-Anhängerschaft blieben nicht ungehört. «Der Kanton ist kompromissbereit, wenn die Sicherheit gewährt werden kann», betont Albert Zopp, Vorsteher das Amtes für Strassen- und Schiffsverkehr, gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Um einen solchen Kompromiss zu erarbeiten, treffen sich am kommenden Dienstag, 16. April, sämtliche Interessenvertreter – Kiter-Surfer, Amt für Umweltschutz, Amt für Sport, Fischereiinspektorat, Seepolizei, Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee und das Schiffsinspektorat – zu einem runden Tisch. «Es geht darum, vernünftige Lösungen zu finden. Alle Beteiligten können ihre Standpunkte darlegen, und gemeinsam werden die Lösungsansätze diskutiert, damit ein gesunder Kompromiss gefunden werden kann», erklärt Albert Zopp. Kann man sich am 16. April auf einen Kompromiss einigen, wird dieser bis etwa Mitte Mai der Urner Regierung vorgelegt. Diese entscheidet dann, ob und wann auch auf dem Urnersee die Drachen steigen können. Vielleicht schon in diesem Sommer. Kiter stehen in den Startlöchern (Neue UrnerZeitung :: 2002-04-18 :: Sven Aregger) Bald werden Kitesurfer legal über den Urnersee flitzen können. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit den letzten Details. Bislang war der Urnersee für Kitesurfer tabu. Das ändert sich jetzt: Am Dienstag trafen sich die direkt Betroffenen in Altdorf zu einem klärenden Gespräch. Vertreter von Anstössergemeinden, Umweltschutz, Seepolizei, Schifffahrtsgesellschaft sowie vom Urner Amt für Jagd und Forst diskutierten mit Kitern, Surfern und Seglern über mögliche Kitezonen auf Urner Gewässern. Gesprächsbasis war der Vorschlag der Kiter (siehe Neue UZ vom 5. März). «Wir haben eine Lösung gefunden», sagte Edi Schilter vom Urner Amt für Umweltschutz gestern auf Anfrage. «Es müssen jedoch noch einige Fragen geklärt werden.» Vertretbarer Kompromiss Gemäss Schilter weicht die gefundene Lösung vom Vorschlag der Kiter ab. Wie gross die Differenz ist, lässt sich zurzeit nicht in Erfahrung bringen, denn die verantwortlichen Stellen vereinbarten, vorerst darüber zu schweigen. «Wir wollen damit verhindern, dass wir noch einmal unter Druck geraten, so wie das im Vorfeld des Gesprächs der Fall war», erklärt Schilter. Es sei aber ein Kompromiss ausgehandelt worden, mit dem das Amt für Umweltschutz durchaus leben könne. Eine Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der betroffenen Instanzen zusammensetzt, wird in den kommenden Wochen die letzten Details der Lösung zu Papier bringen. Danach unterbreitet sie den Vorschlag der Regierung, so dass die Kiter noch heuer über den Urnersee flitzen können. Offener Dialog «Wir werden jetzt mal abwarten und beobachten, wie sich das Kitesurfen in Uri entwickelt», sagt Schilter. «In einem Jahr wissen wir mehr.» Er beurteilt das Gespräch vom vergangenen Dienstag als einen «sachlichen, aber offenen Dialog», in dem alle Beteiligten ihre Argumente hätten einbringen können. Albert Zopp, Vorsteher des Amts für Strassen- und Schiffsverkehr und Leiter der Arbeitsgruppe, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Regierungsrat gibt Kitern grünes Licht (Neue Urnerzeitung :: 2002-06-03 :: Sven Aregger) Trotz anfänglicher Skepsis bewilligt der Regierungsrat provisorisch das Kitesurfen auf dem Urnersee. Die Kiter sind mit dem Entscheidzufrieden. Seit dem 1. Juni dürfen Kiter in einer Zone zwischen Sisikon und Bauen surfen, und zwar provisorisch für ein Jahr. Das hat der Urner Regierungsrat vor einer Woche entschieden. «Jetzt werden wir sehen, wie sich die ganze Sache entwickelt», sagte Sicherheitsdirektor Peter Mattli gegenüber dieser Zeitung. «Wenn alles gut läuft, können wir das Kitesurfen dann definitiv bewilligen.» Mattli geht davon aus, dass sich Kiter und andere Seebenützer nicht in den Weg kommen werden. «Es wird klappen», ist er überzeugt. Regierung war skeptisch Eigentlich hätte der Entscheid der Regierung schon füher fallen sollen. Da aber einige Gemeinden Bedenken äusserten, musste der Regierungsrat seinen Beschluss vertagen. «Wir stiessen auf viel Widerstand, vor allem wegen der Startplätze», sagt denn auch Mattli. «Anfangs ist gar der Regierungsrat skeptisch gewesen.» Mattli liess aber nicht locker, setzte sich vehement fürs Kitesurfen ein. «Man muss dieser neuen Sportart einfach mal eine Chance geben.» Schliesslich sei es falsch, vorderhand zu allem Nein zu sagen. «Wir Urner dürfen nicht nur immer negative Schlagzeilen machen», betont Mattli. Zufriedener Mengelt Kiter Pascal Mengelt, der sich für den Trendsport aus den USA stark macht, freut über die erteilte Bewilligung. «Das zeigt, dass man durchaus Lösungen findet, wenn man miteinander redet», sagte er am Wochenende auf Anfrage. Zwar unterbreiteten die Urner Kiter der Regierung einen Vorschlag, der von zwei Kitezonen ausging (siehe Neue UZ vom 5. März). Dennoch ist Mengelt mit der einen ausgeschiedenen Wasserfläche zufrieden: «In der Zone Sisikon-Bauen ist die Kollisionsgefahr mit anderen Seebenützern minimal. Ausserdem dürfen wir die ganze Seebreite brauchen.» Einzig die beschränkten Startplätze seien ein Schwachpunkt. So ist es vorerst nur im Gumpisch bei der Tellsplatte möglich, zu starten. «Wir werden wohl ein Boot organisieren müssen, damit wir direkt vom See aus loslegen können», sagt Mengelt. Appell an Kiter Pascal Mengelt weiss, dass die provisorische Kite-Erlaubnis an einem seidenen Faden hängt. Ein einziger Fehler reicht, um die Zukunft der Kiter auf dem Urnersee ernsthaft zu gefährden. Deshalb fordert Mengelt alle Kiter auf, die Regeln des Kantons Uri und der Schweizerischen Binnenschifffahrtsverordnung zu beachten: «Jetzt können wir beweisen, dass wir eine Bereicherung für den Urnersee sind.» Doch Kitesurfen auf dem Urnersee (Urner Wochenblatt :: 2002-06-04) Zuerst sah es nicht nach einer Bewilligung aus. Nun ist der Regierungsrat bereit, während einer Versuchsphase von einem Jahr das Kitesurfen auf dem Vierwaldstättersee in einer speziell bezeichneten Zone zu bewilligen. Der Regierungsrat hat für das Kitesurfen eine Fläche auf dem Urnersee versuchsweise für ein Jahr freigegeben, und zwar der nördliche Teil des Sees ab Bauen (Einmündung Huttal), wie der Medienmitteilung vom 4. Juni zu entnehmen ist. Im November und im Dezember ist das Fahren mit Drachensegelbrettern auf dem Urnersee aber verboten. «Die Vorschriften der Verordnung über die Schiffahrt auf schweizerischen Gewässern (BSV) sind strikte einzuhalten. Das Fahren in der inneren Uferzone (150 Meter) ist verboten. Diese Zone darf nur zum Starten und Landen befahren werden, wobei der kürzeste Weg zu wählen ist», betont der Regierungsrat. Die Bewilligung ist befristet. Sie gilt bis am 31. Mai 2003. Der Regierungsrat behält sich vor, die Bewilligung vorzeitig zu widerrufen, falls sich Unzulänglichkeiten oder andere Probleme ergeben, die dem öffentlichen Interesse widersprechen. «Wir stossen auf kein Konfliktpotenzial» (Neue Urner Zeitung :: 2003-06-? :: Sven Aregger) Kitesurfen auf dem Urnersee ist weiterhin provisorisch erlaubt. Kiter Pascal Mengelt ist nur «bedingt glücklich» mit dem Entscheid des Regierungsrats. Seit dem 1. Juni 2002 durften Kiter in einer Zone zwischen Sisikon und Bauen surfen, und zwar provisorisch für ein Jahr. Jetzt hat der Regierungsrat entschieden, die Versuchsphase um ein weiteres Jahr zu verlängern (siehe Neue UZ vom 4. Juni). Pascal Mengelt, der sich vehement für Kitezonen auf dem Urnersee eingesetzt hat, zieht eine erste Bilanz. - Pascal Mengelt, können Sie sich als Kitesurfer auf dem Urnersee ausleben? Pascal Mengelt: Ja, aber erst, sobald ich auf dem See surfe. - Wo liegt das Problem? Mengelt: Unser grosses Handicap ist es, dass wir jeweils von einem Boot oder einem kleinen Platz aus starten müssen. Deshalb surfen in Uri nur wenige Kiter. Im vergangenen Jahr waren es an den besten Tagen vier oder fünf. - Also sind Sie nicht wunschlos glücklich? Mengelt: Bedingt glücklich, denn falls wir die Zone so belassen, werden wir längerfristig keine Probleme haben. Wir stossen praktisch auf kein Konfliktpotenzial. - Das heisst, die Kiter stören die anderen Seebenutzer nicht? Mengelt: Genau. In unserer Zone verkehrt fast niemand, auch keine Windsurfer. Das ist wirklich gut. - Trotzdem hält die Urner Regierung am Provisorium fest. Mengelt:Sie sagt, dass für eine Beurteilung im 2002 zu wenig Kiter gesurft hätten. Ich glaube jedoch nicht, dass sich heuer viel ändern wird, weil man diesen Sommer vielleicht auch auf dem Sihlsee kiten kann. Dort hat man sich bereits auf eine Zone geeinigt, der Regierungsrat muss sie nur noch absegnen. - Uris Regierung behält sich vor, die Bewilligung vorzeitig zu widerrufen, falls Probleme auftauchen. Das klingt misstrauisch. Mengelt: Das stimmt, deshalb haben wir dieses Provisorium. Ich denke aber, dass dies legitim und besser als ein Verbot ist. - Gibt es - die Starts mal ausgenommen - noch andere Schwierigkeiten? Mengelt:Die gröbsten Verfehlungen waren einige Zonenüberschreitungen. Wenn es dieses Jahr dabei bleibt, schlage ich vor, dass man die Kite-Zone etappenweise ausbaut. Ein nächster Schritt wäre beispielsweise, dass wir in den Wintermonaten vom Ufer der Isleten starten dürften, weil wir sonst vom Boot aus zuerst im kalten Wasser schwimmen müssen. Langfristig wollen wir Kiter den Windsurfern gleichgestellt werden. - Ein realistisches Ziel? Mengelt: Ich gehe davon aus, dass wir dieses Ziel erreichen werden. Das könnte aber noch zehn, vielleicht sogar zwanzig Jahre dauern. Kitesurfer wollen mehr Platz (Neue Urner Zeitung :: 2007-03-03 :: Sven Aregger) Kitesurfen soll künftig mit wenigen Ausnahmen auf dem ganzen Urnersee möglich sein. Hierzu hat ein Gruppe von ortsansässigen Kitern ein Gesuch erarbeitet. Der Antrag wird in den nächsten Tagen der Urner Regierung zugestellt. Roli Brand, welcher der Gruppe angehört, bestätigte gestern Recherchen unserer Zeitung. «Mit der kleinen Kitezone fühlen wir uns gegenüber den anderen Seebenützern diskriminiert», begründet er das Gesuch. Und weiter: «Im Gebiet der Kiter bricht der Wind schon am frühen Nachmittag zusammen. Ausserdem haben wir keinen Startplatz am Ufer.» Isleten eignet sich Seit Juni 2002 ist Kiten auf dem Urnersee erlaubt. Hierfür hat die Regierung eine Zone zwischen Sisikon und Bauen ausgeschieden. Nach einer Probezeit von zwei Jahren bewilligte sie den Trendsport definitiv. Von Anfang an war für die Kiter kein Uferstart möglich. Stattdessen müssen sie ihre Drachen von einem Boot aus steigen lassen, was die Kitesurfer als grosses Handicap taxieren. An Sommertagen verkehren zehn bis zwanzig Kiter auf dem Urnersee. «Hier ist Kiten nur erschwert möglich, weil viele Leute kein Motorboot zur Verfügung haben», sagt Brand. Nach Ansicht der Gesuchsteller ist das Bachdelta an der Isleten der einzige vernünftige Startplatz vom Ufer aus. Und auch im Wasser sehen sie noch genug Freiraum. Deshalb schlagen sie vor: Kitesurfer sollen auf dem gesamten Urnersee verkehren können - mit zwei Ausnahmen: - Das südliche Seebecken ist bis auf die Höhe Apertura Flüelen -Bolzbach Seedorf für die Kiter tabu. Damit bleiben sie auch dem Naturschutzgebiet im Reusselta fern. - Die Kiter dürfen nicht näher als 30 Meter ans Ufer heran - davon ausgenommen ist der Start an der Isleten. So sollen die Seebenützer am Ufer nicht belästigt werden. Steigt die Gefahr? Bereits vor Wochen hat sich die Kitesurfer-Gruppe zu einem Gespräch mit dem Urner Amt für Strassen- und Schiffsverkehr getroffen. Vorsteher Albert Zopp war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Allerdings dürften die Kiter-Pläne auf Gegenwind stossen. Eine viel geäusserte Kritik: Die Kiter kommen anderen Seebenützern in die Quere und rufen damit gefährliche Situationen hervor. Die Kitesurfer sehen das anders. Roli Brand: «Bislang hat es noch nie Probleme gegeben. Ausserdem gibt es im Sommer nur an zwei oder drei Sonntagen richtig viel Verkehr auf dem See.» Um Unfälle zu vermeiden, sollen künftig nur noch Leute den Sport ausüben können, die sich an einer Kiteschule eine Lizenz erworben haben. «Wir wissen, dass unser Anliegen Zeit braucht», betont Brand. «Trotzdem hoffen wir auf eine gute Lösung.»
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