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Warum gibt es eigentlich Zonen auf dem Urnersee. Warum sind diese dort wo sie sind und warum rege ich mich so endlos auf wenn sich jemand nicht an die Zonen und Regeln hält?! Anhand meiner persöhnlichen Kitegeschichte und Presse-Artikeln versuche ich es zu erklären.

Sommer 98: Meine Frau und ich starten einen unbegrenzten Auslandsaufenthalt in Kanada, USA und Mexiko. Sprachen, Windsurfen und Klettern waren Ziele. Vom Kitesurfen hatten wir noch nie etwas gehört.

Winter 98/99: In Baja California sehen wir erstmals Kiter. Der Beste kann sich gerade mal auf dem Brett halten. Alle anderen werden grausam gewaschen. Persöhnliches Fazit: So ein Schwachsinn!

Sommer 99: Im Columbia River Gorge sehen wir ersmals Kiter, die ihr Handwerk verstehen. Windsurfen interessiert mich nicht mehr - ich will kiten. Bei Cory Roeseler (ein Erfinder des Kitens) mache ich einen Schnupperkurs - ich will mehr!! Leider sind in der ganzen Gorge keine Schirme mehr zu haben. Wieder zuhause treibe ich eine Matte in Deutschland auf. Nach ein paar Bodydrags von Isleten nach Seedorf muss ein Brett her. In Silvaplana finde ich bei Stefan ein Fone. Die Wiese für die Testfahrt finde ich, allerdings ist dort niemand und alleine traue ich mich nicht aufs Wasser (August!!). So mache ich meine ersten Kiteerfahrungen auf dem Urnersee.

 

Sommer 00: Das Kiten auf dem Urnersee wird immer noch tolleriert. Allerdings ziehen dunkle Wolken über das Kitevergnügen. Ein neues Binnenschifffahrtsgesetz wird im Parlament verhandelt. Darin soll Drachensegeln, wie es offiziell heisst, verboten werden. Der SKA sammelt dagegen Unterschriften. Stefan und andere kämpfen für Kompromisse.

Winter 00/01: Das Kiten ist offiziell verboten. Einzig die Kantone können Zonen für den Sport einrichten. Die SKA beruft zu einer Sitzung ein um den Kampf für Kitezonen zu organisieren. Ich übernehme den Urnersee.

Sommer 01: Kitesurfen auf dem Urnersee ist verboten. An einer Sitzung in Luzern besprechen die Vertreter aller Kantone des Vierwaldstättersees ob und wo es Zonen auf dem See geben soll. Ich darf dabei den Sport vorstellen, da die meisten Beteiligten noch nie einen Kitesurfer gesehen haben. Zur eigentlichen Diskussion bin ich nicht zugelassen, dafür werde ich Kontaktperson für die ganze Zentralschweiz. Es gibt auch keine Rückfragen - ich werde auf später vertröstet.

Winter 01/02: Ich entdecke das Kitesurfen im Winter in Andermatt - unglaublich! In der Presse erfahre ich dass es im Urnersee keine Zonen gibt. So treffen sich der Tiger aus Zug, der Sam aus Uri und der Feensturm aus Nidwalden in Andermatt und schwören dies niemals zuzulassen so wahr ihnen Kitegott helfe (.. oder so ähnlich). Wir beschliessen einen Drei-Punkte-Plan: 1. Einbezug der Presse Die beiden Urner Zeitungen nehmen sich dem Thema an und ich darf unser Anliegen publizieren. Der Regierungsrat bietet bei seiner Stellungsnahme an eine Lösung zu finden. - Hoffnung!! 2. Unterschriftensammlung im Kanton Uri Zusammen mit uns und Freunden schafft es Sam innert Kürze 500 Unterschriften zu sammeln. - Hoffnung!! 3. Kontaktierung möglicher Unterstützung seitens der Behörden Das Amt für Sport sichert uns Unterstützung an. Weitere Personen gehen der Sache nach und bestätigen dass die Vorgehensweise nicht korrekt war. - Hoffnung!! Wir arbeiten Vorschläge aus, die aus unserer Sicht alle Bedenken ausräumen sollen, und schicken diese dem Regierungsrat.

Frühling 02: Der Vorsteher des Amtes für Strassen- und Schiffsverkehr organisiert eine Sitzung und lädt alle Betroffenen ein. Ich reise zusammen mit Martin (Naish) an. Einzig das Amt für Sport ist auf unserer Seite. Kurz: unsere Vorschläge werden allesamt abgelehnt. 'Das geht nicht wegen den Vögel, dies geht nicht wegen den Schiffen, das nicht wegen dem Platz und und und . . . - Hilfe!! Der Vorsteher des Amtes für Strassen- und Schiffsverkehr lässt nicht locker - er will eine Zone. - Hoffnung!! Der Vertreter der Windsurfer bringt das Gebiet bei Sisikon ins Spiel - alle sind einverstanden - wir schlagen zu!! Das war knapp. Wir versprechen noch einiges (wir schaffen es die Kiter zu sensibilisieren - wir gründen einen Klub als Ansprechpartner usw.) Im Mai gründen wir den Kiteklub 'Kitegenossen' im Brüggli (Zug). Am 2. Juni 2002 kite ich das erste Mal offiziell in der provisorischen Zone - So geniaaaaal - die Arbeit hat sich gelohnt!!!!!

Sommer 02: Die Zonen zeigen sich Windtechnisch als optimal. Leider ist der Zugang schwieriger als angenommen und so hält sich der Ansturm in Grenzen. Dafür halten sich die Reklamationen in Grenzen und wir sind eine Bereicherung für den Grossteil der Seebenützer.

Sommer 03: Das Provisorium wird verlängert. Immer noch wenige Kiter am Urner.

Sommer 04: Wir erhalten definitiv die Zone - allerdings mit der Einschränkung dass bei Problemen jederzeit die Zone wieder gestrichen werden kann. Immer mehr Boote bringen Kiter aufs Wasser.

 

 
(C) 2010 Drachensegler.ch Kitesurfing im Urnerland - Sommer & Winter
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